Operationsverfahren am Kniegelenk
Die Entfernung von zerstörten Meniskusanteilen erfolgt
transarthroskopisch über zwei kleine 0,5 cm große Hautschnitte neben
der Kniescheibe.
Bei bestimmten Arten von Rißbildungen des Meniskus kann dieser wieder
angenäht und somit erhalten werden. Dies geschieht ebenfalls
arthroskopisch ohne Eröffnung des Kniegelenkes mit speziellen
resorbierbaren Nahtmaterial oder mit resorbierbaren Stiften.Die
Entscheidung ob die vorgesehene Operation ambulant oder stationär
durchgeführt werden soll, treffen Sie in Absprache mit dem sie
behandelnden Arzt.
Degenerative Rissbildung
Innenmeniskushinterhorn
Z. n. Innenmeniskusteilresektion
Nach Verletzungen des vorderen Kreuzbandes ist eine Naht des Bandes nur in Ausnahmefällen möglich. Die Ersatzplastik des vorderen Kreuzbandes ist bei entsprechendem klinischen Befund und Beschwerden des Patienten notwendig und für den Einzelfall zu entscheiden.
Bei dieser minimal-invasiven Technik wird das vordere
Kreuzband durch die vierfache Semitendinosussehne (Sehne aus dem
inneren Oberschenkel) ersetzt. Die Entnahme der Sehne und das Einsetzen
der Sehne in das Kniegelenk erfolgt neben den zwei kleinen
Arthroskopienarben durch einen 3 cm langen Hautschnitt innenseitig der
Kniescheibensehne. Das Sehnentransplantat wird dann über zwei kleine
Titanplätchen am Knochen fixiert (Endobutton-Technik, modifiziert nach
T. Rosenberg, Salt Lake City , USA). Eine Zweitoperation ist nicht
notwendig.
Hierbei wird das mittlere Drittel der Kniescheibensehne als Bandersatz verwendet. Die Fixation der Sehne erfolgt ebenfalls in der Endobutton-Technik, am Unterschenkel erfolgt die Fixation in der Regel mit einer im Knochen versenkbaren Schraube (Interferenzschraube). Vorteile der arthroskopisch durchgeführten Kreuzbandersatzplastik:
Frische Ruptur vorderes
Kreuzband
Z.n.
OP (Video)
- minimal-invasive Technik
- keine Zweit-Operation
- kosmetisch günstige Narben bei kleinen Hautschnitten
- ambulant oder mit kurzen Krankenhausaufenthalt (3-5 Tage)
LCA-Plastik mit Semitendinosussehne
Eine Ersatzplastik des hinteren Kreuzbandes ist in der Regel erst nach Fehlschlagen eines konservativen Behandlungsversuch erforderlich und kann ebenfalls minimal-invasiv durchgeführt werden.
Bei immer wiederkehrenden Entzündungen und Ergußbildungen im Kniegelenk und bei bestimmten rheumatischen Erkrankungen muß oft eine Synovektomie , d.h. eine Entferung der Gelenkschleimhaut durchgeführt werden. Dies geschieht ebenfalls in der Regel minimal-invasiv über zwei oder mehrere kleine Hautschnitte.
Heutzutage gibt es zwei verschiedene Methoden der Knorpeltransplantation :
- Mosaikplastik
- Autologe Chondrozytentransplantation
Für beide Methoden gilt, daß sie bisher nur an Kniegelenken mit umschriebenen Knorpeldefekten (Größe maximal 4-5 qcm) angewendet werden können. In den meisten Fällen eignen sich diese Methoden bei Patienten mit umschriebenen Durchblutungsstörungen des Knochens der Oberschenkelrolle (Osteochondrosis dissecans) und bei akuten Abscherverletzungen des Knorpels.
Ad 1) Bei der Mosaikplastik werden Knorpel-Knochen-Zylinder aus einer unbelasteten Stelle der Oberschenkelrolle entnommen und auf den vorbereiteten Knorpeldefekt übertragen (s. Abb.). Die Entnahme des Transplantates und die Vorbereitung der Knorpeldefektes geschieht mit Rundfräsen in verschieden Größen. Diese Operation kann in der Regel mittels Arthroskopie ohne Eröffnung des Kniegelenkes durchgeführt werden. Nach der Operation ist eine Entlastung des operierten Beines für 4-6 Wochen erforderlich.

Bild links: Entnahme des Knorpel-Knochen-Zylinders mit Rundfräse.
Bild rechts: Auffüllen des Knorpel-Defekts mit dem vorher entnommenen Transplantat.
Ad 2) Unter bestimmten Voraussetzungen können bei Knorpelschäden diese durch gentechnisch produzierten Knorpel ersetzt werden. Dies erfordert eine Arthroskopie mit Entnahme des Knorpels und danach eine offene Knieoperation mit Einsetzen der gentechnisch vermehrten Knorpelsubstanz. Diese noch sehr neue Operationsmethode eignet sich nicht bei Kniearthrose und muß wegen der hohen Kosten von der Krankenkasse vorher genehmigt werden.
In Abhängigkeit vom Gelenkbefund und dem Bandhalt werden verschiedene Arten von Knieendoprothesen eingesetzt (gekoppelte Prothesen und nicht-gekoppelte Prothesen). Die modernen modularen Knieprothesen sind aus Titanlegierungen gefertigt und ermöglichen einen individuellen Gleitflächenersatz. In Abhängigkeit des Zustandes des Knochens ist eine Implantation ohne Knochenzement oder mit Knochenzement erforderlich. In der Regel ist eine sofortige Mobilisierung postoperativ möglich.